Es war einmal

 

Ein kurzer Einblick in die Geschichte des BRKs

Der BRK wurde 1962 gegründet, beschäftigte sich seinerzeit vor allem mit Fußball und Heurigenbesuchen und hieß in vollem Wortlaut "Badener Rausch-Kugeln". Jetzt machen die BRK-Boys eine Rallye, die sich zur besten Österreichs mauserte und die Franz Wittmann bisher siebenmal gewonnen hat.

Bild vergrößernZwischen dem Fußballplatz und den Heurigenlokalen von Baden wuchs ein feuchtfröhliches Völkchen heran, das sich in einer halbernsten Laune sogar als Verein ansprechen ließ: Man nannte sich frohen Mutes BRK, was in vollem Wortlaut seinerzeit Badener Rauschkugeln hieß.

Irgendwann sickerten andere sportliche Gedanken ins Clubleben ein. 1967 bestritt Joschi Stoffer, heute angesehener Club-Präses, auf einem Fiat 850 Coupe seine erste Rallye. Auch andere BRK-Mannen fand man in der Startliste: Gunther Böhs, Bandy Ritzinger, Peter Geyer, Rudi Sedlacek, Georg Koltay und Sepp Lechner. Die Badener Herbstwertungsfahrt bestand damals aus einer einzigen Sonderprüfung, die aufs Hocheck führte. Nach der Veranstaltung hockten die BRK-Starter beisammen und waren mit sich und der Welt unzufrieden: Sie waren mit der Organisation dieser Veranstaltung hinten und vorne nicht einverstanden. Grund genug, bereits 1968 selbst eine Wertungsfahrt auf die Beine zu stellen. Tatsächlich war die Badener Herbstrallye 1968 bereits eine Co-Operation zwischen dem ÖAMTC-ZV Baden und einer Crew des BRK, der sich somit zum Badener Rallye Klub gemausert hatte.

Das nächste Ziel der inzwischen gewachsenen Truppe - so tauchen bereits die Namen von Ing. Hans Sieberth und Harald Gottlieb auf - war eine Winter-Rallye. Schließlich konnte man in den Jänner-Tagen nicht nur bei der Monte Carlo starten. Die ersten Monte-Eindrücke gewannen BRK-Mitglieder als Service-Crew erlauchter Mannschaften wie Fischer/ Mauerhofer (BMW 2002,), Kaja/ Dani (BMW 2002) und Steinmann/Brodner (Steyr-Puch 650 TR). Es waren heroische Tage und Stunden.

Vorerst einmal gebar man die Casino-Rallye mit den Startorten Baden, Kitzbühel, Bad Gastein und Velden. Zuletzt gab's dabei rund um Baden eine echte Rallye-Schleife Lind es siegten Weiner / Loos auf einem Citroen DS 19.

1970 hörte die Sponsorship der Casino-Gesellschaft auf Lind man mußte sich was Neues einfallen lassen. Vielleicht eine Rallye auf einem Truppenübungsplatz? In Allentsteig zum Beispiel. Das Bundesheer spielte dankenswerterweise mit und es gab die erste Jänner-Rallye, bei der sich das deutsche BMW-Duo Bein/Memmel vorerst einmal ins Goldene Buch der Sieger eintrug.

Ein Jahr später gab's Gelder von der Milch-Industrie und einen Milch-Cup, zu dem auch noch die Kristall-Rallye zählte. Rudi Müller auf einem Alpina-getunten Bayrischen gewann beide Rallyes und den Cup.

Ein Jahr später siegten Warmbold/Binder auf einem Annessi-Ascona. Das ist insofern wichtig, als sich mit Ernst Binder (wenn auch am heißen Sitz) erstmals ein BRK-Mitglied in die Siegerliste eintrug. Die 1972er-Veranstaltung war zugleich das Ende der Allentsteig-Ära. Man übersiedelte nach Oberösterreich, wo dann die große Zeit des Franz Wittmann begann. Die Wittmann Bilanz bis 1982: Neun Starts, neunmal im Ziel, sieben Siege, einmal Dritter, einmal Vierter.

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Könige des Mühlviertels: Wittmann/Nestinger (Bild links oben); letzter großer Käfer-Sieg: Sulc/Weixelbraun, 1978; aus alten, kalten Tagen: Rudi Müller, Alpina BMW; gute Ergebnisse auf Eis und Schnee: Rallye-Lada (hier mit Herbert Grünsteidl am Steuer); zählt seit Jahren zu den Publikums-Lieblingen: Citroëns Ente, hier die Dyane von Sepperl Pointinger

Wittmann und das Mühlviertel begannen ihre Rallye-Laufbahn 1973. Die Gegend kannte man in groben Zügen von der 1000-Minuten-Rallye, aus dieser Zeit gibt es auch die ersten Kontakte. Zum Beispiel mit einer VW-Werkstätte in Königswiesen, die einem gewissen Josef Baumgartner gehörte. Er und sein Bruder Siegfried waren bald der Meinung, die Jänner-Rallye gehöre nach Königswiesen verlegt, was auch tatsächlich geschah. Die Fahrtleitung war bei der Dungl-Wirtin untergebracht, die für ihre sensationellen Fleisch- und Grammelknödel bekannt war, und nach der Rallye waren gleich fünf Käfer vorne: Warmbold vor Fischer (dem Georg), Grünsteidl, Wittmann und Wurz.

Im Jahr 1974 herrschte dann Sendepause - es war die Zeit der sogenannten Energiekrise und der Motorsport köchelte auf einer extrem kleinen Sparflamme.

Ein Jahr drauf kam was Neues im Reglement der Jänner-Rallye: Man mußte mit normalen Spikes fahren, was sowohl die Kostenexplosion eindämmte, als auch bei den Behörden ein gutes Argument war, weil man straßenschonender unterwegs war. Wittmann auf BMW gewann knapp vor Grünsteidl auf einem Käfer das sollte der erste Sieg des "Kaiser Franz" sein.

Beim nächstenmal, also 1976, ging's erstmal um EM-Punkte. Wittmann gewann auf einem Opel Kadett für das Team von Josef Annessi und trug sich zum zweitenmal in die Siegerliste ein. Hatte Franz Wittmann 1975 und 1976 noch mit Traude Schatzl als Copilot gewonnen, ließ er sich 1977 von einem neuen Beifahrer zum Sieg treiben: Wiederum auf einem Opel Kadett holte er sich in diesem Jahr die Jänner-Rallye mit Helmut Neverla. Drei Siege en suite, das bedeutete vorderhand den ersten Jänner-Rallye-Wanderpokal für den Wittmann-Franz.

Mittlerweile war Königswiesen für die ständig größer und bedeutender werdende Jänner-Rallye einfach zu klein geworden. Im neu eröffneten Kurort Bad Zell gab's das nächste Hauptquartier für die BRK-Veranstaltung - das war 1978, in diesem Jahr also, in dem Beppo Sulc mit dem guten, alten Käfer gewann, als die Rallye erstmals den EM-Koeffizienten 2 erhalten hatte.

Das war der letzte große Sieg eines Käfers und auch das Ende des Zwischenspiels von Bad Zell. Seit 1979 hat die Jänner-Rallye die Metropole des Bezirks als Gastgeber: Freistadt, wo mehr Platz vorhanden und die Infrastruktur besser ist. Waren es in Königswiesen und Bad Zell die Bürgermeister Max Pilz und Dr. Ernst Moser gewesen, die die Rallye unterstützten (und es auch heute noch tun), sind es in Freistadt Bürgermeister Bundesrat Josef Knoll und Vize-Bürgermeister Kommerzialrat Franz Schick, die sich persönlich um die Rallye-Belange kümmern.

Franz Wittmann, Ende der Saison 1978 ohne verlängertem Opel-Vertrag, mußte sich blitzartig nach einem geeigneten Gerät für die ersten Jänner-Tage der Saison 1979 umsehen. Er entschied sich für einen Porsche 911, saß erstmals in einem solchen Gerät und gewann, diesmal mit Dr. Kurt Nestinger als Beifahrer.

Die Jänner-Rallye des BRK war mittlerweile zu einer derart bedeutenden Veranstaltung geworden, daß man sich nach einem potenten und langfristigen Sponsor umsah und auch fand. Seit 1981 gibt es also die Castrol-Jänner-Rallye - und alle Beteiligten sind mit dieser Lösung durchaus zufrieden.
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Auf einer von vielen Siegesfahrten: Franz Wittmann, hier auf einem Annessi-Kadett

Nach seinen Siegen auf Opel und BMW (Frontmotor/Heckantrieb) und dem Porsche (Heckmotor/Heckantrieb) probierte Franz Wittmann 1981 etwas Neues: Er startete mit einem Audi 80 (Frontmotor/Frontantrieb) und gewann einmal mehr, wiederum mit Kurt Nestinger am heißen Sitz, und wie 1980 mit der MIG-Linz als Bewerber.

Bei der Castrol-Jänner-Rallye 1981 gab es dann eine sensationelle Weltpremiere: Der Audi Quattro erlebte seine Feuertaufe. Dieses Rallye-Gerät, das von der Papierform her das Volk erblassen ließ: Turbomotor und Allradantrieb. Niemand geringerer als Franz Wittmann war eingeladen, es aus der Taufe zu heben. Der Franz setzte sich rein und gewann auf Anhieb. Sein Vorsprung auf den Zweitplacierten: Satte 20 Minuten. Und weil es 1981 so prächtig geklappt hatte, wiederholte das Duo Wittmann/Nestinger heuer den Erfolg aus dem Vorjahr: Auch 1982 holten sich die beiden den Gesamtsieg und den Franz-Schick Wanderpokal bei der 13. Castrol-Jänner-Rallye auf einem Audi Quattro.

Damit sich die Liste der Wittmann-Siege nicht gar so einfach liest, hier eine kurze Aufzählung der prominentesten Ausländer, die bislang bei der Castrol-Jänner-Rallye am Start waren: Warmbold/Davenport (VW-Käfer), Bein/Memel (BMW), Hainbach/Biebinger (Opel Kadett), Klaus Fritzinger (Toyota Celica), Per Engseth (Lada), Stig Blomqvist (Lancia), Jocki Kleint (Opel), Holger Bohne (VW-Golf), John Haugland (Skoda 130 RS), Shekar Mehta (Datsun 260 Z und Violet SSS), Rauno Aaltonen (Opel), um nur die Wichtigsten zu nennen.